r/Digital_Streetwork • u/IndividualCurious86 • 7h ago
Ich wünsche mir Feedback Schwere Depressionen durch Bachelorarbeit
Ich habe von 2020, in der Coronazeit, bis 2024 ein Studium in der Informatik an einer Hochschule abgelegt. In dieser Zeit hatte ich einmal den Moment, wo ich kurz vor dem Aufgeben war. Meine Eltern haben mir zu der Zeit Mut zugesprochen und ich habe es dann durchgezogen. Es war auch so, dass ich nie durch eine Prüfung durchgefallen bin und auf einen Zweier-Schnitt kam.
Dann fing es 2024 mit der Bachelorarbeit an, und ab hier fiel ich in ein tiefes Loch. Bei der Bachelorarbeit hatte ich von Anfang an Kommunikationsschwierigkeiten mit meinen Dozenten, angefangen bei der Themenfindung. Ich hatte auch den Fehler gemacht, die Arbeit zu früh anzumelden, obwohl die Struktur unklar war und nicht mit dem Dozenten abgesprochen war. Es sollte einfach perfekt werden. Durch diesen hohen Anspruch habe ich zu viel geplant, zu viele Kurse, Bücher und Artikel herausgesucht. In der Schreibphase hat der Dozent bei jedem Treffen meine Arbeit kritisiert und Verbesserungen gefordert, was meinen Anspruch noch höher machte. In der Schreibphase begann ich, in eine Lähmung zu fallen, und habe prokrastiniert. Ich konnte einfach nicht aus meinem Bett raus, weil ich eine große Angst vor dem Versagen hatte. Am Ende hatte ich natürlich nichts Brauchbares, vielleicht zehn Seiten und ein kleines Projekt. Der Dozent meinte dann zu mir, das wäre kein Problem, ich könnte im nächsten Semester die Bachelorarbeit mit dem gleichen Thema, nur mit einer umformulierten Forschungsfrage schreiben.
Also habe ich versucht, mich dieses Mal besser vorzubereiten, bevor ich etwas anmelde. Dies hielt ich für einen Monat durch, bis es wieder anfing mit dem Prokrastinieren. Bis ich dann 2025 am Ende des Semesters das erste Mal begriffen habe, dass etwas nicht mit mir stimmt. Es war wie ein Aufwachen, als wäre ich davor nur auf Autopilot gewesen. Da ich noch bei meinen Eltern lebe, habe ich mich bei Ihnen geöffnet. Davor habe ich sie immer angelogen und gemeint, ich schreibe meine Arbeit, was auch zu einem starken Rückzug führte. Meine Eltern meinten dann, ich solle versuchen, wieder am Leben teilzunehmen, bevor ich die Bachelorarbeit schreibe. Was erst funktioniert hat, aber ich hatte immer die Bachelorarbeit im Kopf und habe natürlich versucht, Dinge dafür zu lernen. Ich wurde immer verzweifelter. Ich habe eine so große Angst entwickelt, dass ich nicht mehr an meinen Computer konnte. Dadurch habe ich mich komplett unfähig gefühlt, selbst die kleinsten Dinge zu machen. Ich habe aufgehört zu essen und zu duschen. Nur im Bett verbracht mit negativen Dingen, die meinen mentalen Zustand noch schlimmer machten.
Dadurch sind meine Eltern eingeschaltet und haben einen Psychologen gesucht. Was natürlich nicht so leicht ist in der heutigen Zeit, weil alles überfüllt ist. Es wurde trotzdem einer gefunden und ich ging zu ihm. Das war alles sehr ungewohnt für mich, weil ich noch nie damit Probleme hatte. Diese Zeit war wieder auf Autopilot für mich. Ich hatte nur noch an Suizid gedacht als letzte Lösung.
Jeden Tag ein Gedankenkarussell, ob ich in diesem Bereich überhaupt arbeiten will, ob dieser Bereich überhaupt noch Zukunft hat durch KI. Wie viele Jahre ich verschwendet habe. Der Gedanke, dass, wenn ich abbreche, mein ganzer Fortschritt weg ist. Ob ich das nicht bereuen werde. Auch wenn ich dann neue Dinge anfange, werde ich sie dann auch abbrechen wie das Studium. Ich weiß einfach überhaupt nicht mehr, was ich will. Ich sehe keine Zukunft mehr und bin komplett verzweifelt.
Die Therapie hat nichts gebracht und ich hatte eine so große Blockade, dass ich nicht mehr dahin konnte, was zum Abbruch führte. Mein letzter Lichtblick war ein Soziotherapeut, der mich durch das ganze Jahr 2026 begleitet hatte nach dem Abbruch. Dadurch habe ich wieder angefangen, mit einer Tagesstruktur, bin spazieren gegangen, feste Schlafenszeiten. Hatte Höhen und Tiefen. Aber dadurch, dass die Semesteranzahl immer weiter hochgeht, und ich älter werde. Kommen zusätzliche Ängste hoch, es fühlt sich alles zu spät an. Ich bereue es, die Bachelorarbeit nicht durchgezogen zu haben beim ersten Mal. Zusätzlich hat mich der Soziotherapeut auch hängen gelassen, obwohl er mir immer versprochen hatte, nicht das Gleiche wie der Therapeut zu machen.
Ich bin jetzt wieder in einem Loch gefangen, ich habe wenig Hunger und kann das Haus nicht verlassen. Jeder sagt mir, ich solle erst wieder gesund werden. Da anfangen, wo ich 2026 daran gearbeitet habe. Es fühlt sich aber alles so langsam und sinnlos an. Nächstes Jahr werde ich dann 27. Keiner versteht, dass ich eine Perspektive oder einen Sinn benötige. Auch wenn ich die Bachelorarbeit schaffe, ich glaube nicht, dass ich in dem Bereich arbeiten werde. Ich weiß aber auch nicht, was ich sonst machen will. Wenn ich aber abbreche, habe ich doch die ganzen Jahre verschwendet. Vielleicht entwickle ich auch dadurch eine Mentalität, immer abzubrechen, wenn es schwer wird.
Ich fühle mich einfach nicht bereit für das Leben, als wäre ich kaputt. Ich erkenne mich überhaupt nicht mehr wieder. Die einzige Lösung, die für mich Sinn ergibt, ist Suizid. Aber selbst davor habe ich Angst und schiebe es vermutlich auf.