Titel: Haus von Eltern gekauft, Mutter wohnt aufgrund mündlicher Vereinbarung mietfrei, Haus wird zunehmend finanzielle Belastung...
Hallo zusammen,
ich versuche mal, einen etwas komplizierteren Sachverhalt möglichst verständlich zusammenzufassen. Vielleicht kennt sich hier jemand mit Immobilienrecht aus oder hat ähnliche Erfahrungen gemacht.
Ausgangssituation (2018):
Ein Sohn kauft seinen Eltern ein Haus für insgesamt 180.000 € ab.
Kaufpreis: 180.000 €
Aufgenommener Kredit: 150.000 €
Vater erhält 90.000 €
Mutter erhält 70.000 €
Die verbleibenden 20.000 € werden zunächst nicht ausgezahlt.
Stattdessen treffen Sohn und Mutter eine rein mündliche Vereinbarung, ohne Zeugen oder schriftliche Dokumentation, kein Grundbucheintrag, nichts notarielles:
Die Mutter verzichtet auf die restlichen 20.000 €, wenn sie dafür lebenslang im Haus wohnen bleiben darf. Sollte sie allerdings ausziehen müssen, beispielsweise weil der Sohn das Haus verkauft, muss er ihr die 20.000 € auszahlen.
Ein Wohnrecht wurde nicht im Grundbuch eingetragen.oder notariell festgehalten.
Wie ging es weiter?
Die ersten fünf Monate wohnen Sohn und Mutter gemeinsam im Haus und teilen sich die laufenden Haus- und Verbrauchskosten (damals 2018 insgesamt etwa 327 € monatlich) jeweils zur Hälfte.
Anschließend lernt der Sohn seine Freundin kennen und hält sich überwiegend bei ihr auf.
Mit der Mutter wird vereinbart, dass sie künftig monatlich 300 € für Haus- und Verbrauchskosten zahlt. Eine klassische Miete zahlt sie nicht.
Zusätzlich befindet sich im Haus eine separate Wohnung, die regulär für 395 € monatlich vermietet ist.
Das Problem heute:
Inzwischen stellt sich heraus, dass das Haus finanziell eine erhebliche Belastung darstellt.
Der Sohn zahlt monatlich rund 600 € für den Immobilienkredit (inklusive Zinsen). Hinzu kommen sämtliche laufenden Kosten, Steuern, Versicherungen, Instandhaltung usw.
Die Einnahmen reichen kaum aus, um die Kosten zu decken. Im besten Fall ist es eine Plus-minus-null-Rechnung, tatsächlich muss der Sohn aber immer wieder eigenes Geld zuschießen.
Größere Rücklagen für Reparaturen lassen sich so praktisch nicht bilden.
Jetzt steht beispielsweise eine kostspielige Heizungssanierung an.
Das Haus sollte ursprünglich eine Altersvorsorge und finanzielle Sicherheit darstellen. Stattdessen entwickelt es sich zunehmend zu einer finanziellen Belastung.
Der Sohn überlegt deshalb inzwischen ernsthaft, das Haus zu verkaufen, um weiteren finanziellen Schaden abzuwenden.
Unsere Fragen:
Wie bindend ist die mündliche Vereinbarung über das lebenslange Wohnrecht? Insbesondere, da nichts im Grundbuch steht und es keine schriftliche Vereinbarung gibt?
Welche Rechte hat die Mutter tatsächlich? Kann sie darauf bestehen, dauerhaft mietfrei dort zu wohnen, obwohl das Haus dem Sohn gehört und dieser sämtliche finanziellen Risiken trägt?
Was passiert bei einem Hausverkauf? Könnte der Sohn das Haus verkaufen und der Mutter die vereinbarten 20.000 € auszahlen? Oder könnte sie sich trotzdem auf das mündlich vereinbarte Wohnrecht berufen?
Kann der Sohn eine angemessene Miete verlangen? Schließlich haben sich die Kosten seit 2018 erheblich verändert und die bisherigen 300 € decken lediglich einen Teil der laufenden Kosten.
Welche finanziellen Verpflichtungen hat die Mutter? Muss sie sich beispielsweise an größeren Reparaturen oder einer notwendigen Heizungssanierung beteiligen, wenn sie dort dauerhaft mietfrei wohnt?
Uns ist bewusst, dass hier auch familiäre und moralische Aspekte eine Rolle spielen. Es geht aber ausdrücklich um die rechtliche Situation und die finanziellen Möglichkeiten des Eigentümers.
Der Sohn möchte seiner Mutter nichts Böses. Allerdings kann es ja auch nicht die Lösung sein, dass er sich langfristig finanziell ruiniert, nur um eine vor acht Jahren getroffene Vereinbarung aufrechtzuerhalten, deren wirtschaftliche Folgen damals offenbar niemand richtig bedacht hat.
Vielleicht kann jemand die rechtliche Situation etwas einordnen.
Vielen Dank!