Hallo zusammen,
ich brauche dringend Rat, wie ich in meiner Situation am besten vorgehen sollte. Vielleicht hat jemand Ähnliches erlebt oder kennt sich rechtlich damit aus.
Ich habe einen 6-jährigen Sohn, und eigentlich gibt es eine Absprache darüber, an welchen Tagen er bei mir und an welchen Tagen bei seiner Mutter ist. Diese Absprache wurde im Zusammenhang mit dem Jugendamt getroffen, allerdings bisher nur mündlich. Die Mutter hält sich wiederholt nicht daran und nimmt sich teilweise eigenständig Tage, an denen mein Sohn eigentlich bei mir sein sollte.
Als ich ihr gesagt habe, dass ich deshalb einen neuen Termin beim Jugendamt vereinbaren möchte, damit die Umgangsregelung endlich schriftlich festgehalten wird, ist die Situation eskaliert.
Plötzlich hat sie Screenshots von privaten Streitigkeiten zwischen uns an eine Erzieherin im Kindergarten geschickt. Auf diesen Screenshots sind nach meinem Kenntnisstand lediglich Konflikte zwischen ihr und mir zu sehen, keine konkreten Situationen, in denen es um das Wohl unseres Kindes geht. Ich habe zunehmend das Gefühl, dass versucht wird, mich gegenüber dem Kindergarten in ein schlechtes Licht zu rücken.
Ich möchte dazu sagen, dass ich meinen Sohn nach bestem Wissen und Gewissen erziehe und mich verantwortungsvoll um ihn kümmere. Nach meinem Eindruck fühlt sich mein Sohn bei mir sehr wohl und würde am liebsten noch mehr Zeit bei mir verbringen. Ich habe das Gefühl, dass die Mutter Schwierigkeiten damit hat, dass nicht ausschließlich sie über seine Erziehung und seinen Alltag bestimmt.
Besonders kompliziert ist, dass mittlerweile sogar ihr eigener Freund auf mich zugekommen ist. Er ist offenbar ebenfalls der Meinung, dass bestimmte Verhaltensweisen der Mutter nicht in Ordnung sind und unserem Sohn schaden könnten. Er macht nach eigener Aussage heimlich Videos und Notizen über bestimmte Vorfälle.
Unter anderem berichtet er, dass die Mutter vor unserem sechsjährigen Sohn das Wort „Hurensohn“ benutzt habe und unserem Sohn morgens nichts zu essen gebe, obwohl er Hunger habe, mit der Begründung, dass er später im Kindergarten Mittagessen bekomme. Das sind zunächst Schilderungen ihres Freundes, die ich nicht alle selbst beobachtet habe, weshalb ich auch wissen möchte, wie ich mit solchen Informationen richtig umgehen sollte.
Ein weiterer Vorfall betrifft die Abholung aus dem Kindergarten: An einem Tag, an dem mein Sohn laut unserer Absprache bei mir sein sollte, wollte ich ihn früher abholen. Ich kündigte mein früheres Kommen über die Sprechanlage an. Der Freund der Mutter erzählte mir anschließend, dass eine Mitarbeiterin des Kindergartens dies mitbekommen und der Mutter mitgeteilt habe, dass ich früher kommen würde. Daraufhin entstand bei mir der Verdacht, dass die Information genutzt werden könnte, um die Abholung zu verhindern. Ich kann allerdings nicht sicher beurteilen, was zwischen den Beteiligten tatsächlich abgesprochen wurde.
Außerdem soll unser Sohn von seiner Mutter dazu aufgefordert worden sein, bei privaten Gesprächen zwischen ihrem Freund und dessen Tochter zuzuhören. Als er dabei erwischt wurde, soll er gesagt haben, dass er das eigentlich nicht wollte, sondern seine Mutter ihn dazu aufgefordert habe. Auch das macht mir Sorgen, weil ich nicht möchte, dass unser Kind in die Konflikte und Angelegenheiten der Erwachsenen hineingezogen wird.
Jetzt frage ich mich, wie ich am besten vorgehen sollte.
Sollte ich mich wegen des Verhaltens des Kindergartens zunächst an die Leitung wenden oder direkt rechtlichen Rat einholen?
Mir geht es ausdrücklich nicht darum, einen persönlichen Krieg mit der Mutter zu führen. Ich möchte eine verlässliche Regelung, mehr Stabilität für meinen Sohn und verhindern, dass er zwischen die Fronten gerät.
Ich bin für ehrliche Einschätzungen, Erfahrungen und konkrete Ratschläge dankbar, insbesondere von Menschen, die sich mit dem Jugendamt, Familienrecht oder ähnlichen Situationen auskennen.
Vielen Dank fürs Lesen.