Hey,
ich brauche mal euren Rat. Ich habe folgenden Text vor einiger Zeit schon ähnlich in /OeffentlicherDienst gepostet. Dort war die Meinung einhellig das Ref zu machen. Jedoch habe ich dort den gegenwärtigen Arbeitsmarkt nach dem 2. Examen nicht berücksichtigt gesehen.
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Ich habe die erste juristische Prüfung abgeschlossen und mich daraufhin für den Vorbereitungsdienst in Berlin angemeldet. Um die Wartezeit zu überbrücken habe ich unmittelbar nach dem Abschluss als Sachbearbeiterin (E10) bei einer Ausländerbehörde (Landkreis in Brandenburg) angefangen. Inzwischen bin ich bei einer oberen Bundesbehörde in Berlin Referentin (E12S3 - ca. 70.000 Brutto p.a.) in einem rechtlichen Grundsatzreferat. Zwischenzeitlich bin ich auch Mutter geworden.
Anfang/Mitte 2027 könnte ich dann den Vorbereitungsdienst beginnen, nun frage ich mich aber, ob ich nicht einfach Tarifangestellte bleiben soll. E12 ist gar nicht so schlecht und das Rechtsgebiet, in dem ich nun Arbeite ist auch super spannend (nicht mein Traum aber spannend). Nur Entwicklungsmöglichkeiten sehe ich hier leider nicht. Für mehr als E12 fordert der Bund, Berlin und Brandenburg (samt Kommunen) ausnahmslos das 2. Examen. Als Tarifangestellte halb so wild, ab Stufe 5 ist es auf das Jahr gesehen nahezu E13. Aber mit 2. Examen geht es nach der E13 weiter, möglicherweise auch zur A13. Jetzt bin ich definitiv in der Endstation [sic!]. Und ob mir meine Berufserfahrung im vergleichbaren gD hilft schneller eine Stelle zu finden ist auch nicht sicher.
Auch würde ich eigentlich sehr gerne Beamte werden. Auch wenn ich nur einen Versorgungssatz von ca. 55% erreichen werde ist die Pension immer noch deutlich besser als die gesetzliche Rente + VBL/KVBbg. Viele Behörden verbeamten nur den hD und örtlich bin ich an Berlin/Brandenburg gebunden.
Außerdem wären die finanziellen Einschnitte für die Dauer des Vorbereitungsdienstes erheblich. Netto würde mich das Referendariat ca. 40.000 EUR kosten. Das findet mein Mann zwar nicht so gut, aber er würde mich unterstützen.
Wie unser Sohn (3 Jahre) mit meinem Lern- und Prüfungsdruck klarkommen wird ist auch noch so ein Thema.
Wenn ich nach dem zweiten Examen dann aber nur eine (wenn überhaupt) E13 Stelle finde, war es ein echt teurer Schuss in den Ofen.
Ich habe einfach Angst davor, dass ich mich in 10 Jahren (wenn es faktisch und praktisch zu spät für den Vorbereitungsdienst ist) selbst dafür hassen werde es nicht getan zu haben. Ich habe große Angst davor, dass ich die Schuld dafür nicht nur mir, sondern (total unbegründet) auch meinem Mann und meinem Sohn geben werde.
Mein beruflicher Traum wird sich ohne zweites Examen wohl niemals erfüllen. Dafür hätte ich nun die Sicherheit eines festen Einkommens im öD.